Kolumne

Die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und allem
(und auch nach der besten Film/Entwickler-Kombination aller Zeiten)


Thomas Wollstein
November 2002


Ich muss einmal einen befreundeten Apotheker befragen, welches seiner Meinung nach das beste Medikament ist. Ich bin ziemlich sicher, dass seine Antwort eine Gegenfrage wäre: "Für oder gegen welche Krankheit?"

Sie meinen, so eine Frage stellt niemand? Na, dann schauen Sie einmal in Internet-Foren über Fotografie! Mit schöner Regelmäßigkeit wird die Frage nach der besten Film/Entwickler-Kombination gestellt, und mit genau so schöner Regelmäßigkeit gibt es darauf dieselbe Antwort: "Frage 10 Fotografen, und du bekommst mindestens 10 verschiedene Antworten." Ich werde es in diesem Beitrag noch ein wenig weiter treiben und Ihnen ganz alleine schon mehr als 10 Antworten geben, aber ich werde dabei auch auf das Anwendungsgebiet (die Frage nach der Krankheit) ein wenig eingehen. Vielleicht hilft Ihnen das als erste Anregung für eigene Versuche.

Gäbe es den besten Film mit dem besten Entwickler, so würden wir wohl alle nichts Anderes benutzen. Alle Hersteller anderer Filme wären vom Markt verschwunden, und das Leben wäre einfach (und fad). Dass es noch einige Filmtypen gibt, mag Beweis genug dafür sein, dass es den besten nicht gibt, und bei allen technischen Merkmalen ist es immer noch so, dass Fotografie auch etwas mit persönlichem Geschmack und Vorlieben zu tun hat. Bitte betrachten Sie daher die untenstehenden Erfahrungsberichte nur als Anregungen, nicht als Religion.

Das "vielfältige" Angebot

Ich zögere, das Angebot an Filmen mit dem Wort "Vielfalt" zu belegen, denn in letzter Zeit verstärkt sich der Trend großer Hersteller, die Produktion auch bewährter Filme mangels Ertrag einzustellen. Was konnte (und kann) man in Internet-Foren Klagen lesen, weil der AGFA APX 25 eingestellt wurde! Man müsste meinen, wo so viele Leute klagen, da muss es noch mehr Leute geben, die den Film kaufen, und dann muss der doch weggehen wie warme Semmeln. Tatsache ist aber, dass es für einen Konzern von der Größe AGFAs nicht ausreicht, ein paar Tausend oder Zehntausend Filme zu verkaufen, um damit Ertrag zu machen. Hinzu kam im konkreten Fall m.W., dass AGFA, um den Film weiter zu produzieren, einiges an Entwicklung (und damit Geld) hätte hineinstecken müssen, um die Produktion umzustellen, da bei der Produktion des APX 25 schwer zu entsorgende Problemstoffe anfielen.

Glück haben wir als Analog-Fotografen dann, wenn ein Nischenanbieter, der sich in der Konkurrenz neben dem Großkonzern AGFA nicht platzieren könnte, die frei gewordene Marktlücke mit Kusshand übernimmt und ein ähnliches Produkt anbietet. So geschehen im Falle des MACO UP 25 plus.

Nun habe ich schon die Kritik gehört, der UP 25 plus sei kein originäres Produkt von MACO, sondern nur umetikettierter Efke-Film. Ich weiß nicht, ob es so ist oder nicht. Aber selbst wenn. Da sind wir Kunden selber Schuld. Wir wollen doch möglichst, dass unsere Anbieter eine Produktpalette anbieten, bei der jedes Produkt einen wohlklingenden Namen und hohen Wiedererkennungswert hat. Ich bin froh um jeden einzelnen SW-Film, der morgen noch angeboten wird, und wenn ein Anbieter mit hohem Qualitätsanspruch dahinter steht, der bereit ist, einem fremden Produkt seinen Namen zu geben, dann finde ich das begrüßenswert, und als Verbraucher ist mir weitgehend wurscht, in welcher Fabrik das Produkt entstanden ist, solange es nur die gewohnt gute Qualität hat und ich den schönen Namen nicht mit einem höheren Preis bezahle. Aber das muss jeder Anbieter mit sich selbst ausmachen. Einen "guten Namen" kann man auch verlieren, und mit ihm die Kunden.

Zurück zum Thema

Nach dem Gesagten sollte eines klar sein: Die nachfolgend erwähnten Filme sind welche, die ich ausprobiert habe und über die ich Ihnen etwas Substanzielles sagen kann. Es gibt andere, vielleicht sogar bessere, aber die habe ich noch nicht im Detail ausprobieren können. Auch habe ich als Amateur längst nicht alle Anwendungsgebiete der Fotografie erforschen können. Unvollständig wird die Liste daher zwangsläufig sein müssen.

Am Ende dieses Artikels finden Sie eine Übersichtstabelle mit einer summarischen Darstellung der Eigenschaften verschiedener Filme. Nachfolgend einige Aussagen zu einzelnen Filmen und Entwicklern.

Bildvergleiche, an denen man Korn und Schärfe beurteilen können soll, sind immer mit Vorsicht zu genießen, da die Bedingungen selten genau vergleichbar sind. So ist z. B. zur genormten Messung des Korns eine mikrodensitometrische Messung üblich, bei der Kontrastschwankungen im Kleinen und Kleinsten gemessen und in einen Mittelwert (RMS-Körnigkeit) umgerechnet werden. Für die Praxis ist diesem Wert nicht ohne Weiteres zu entnehmen, welchen subjektiven Eindruck das Korn macht (z. B. scharfe Grenzen oder verwaschen). Der Nennwert des Auflösungsvermögens bei Filmen wird für einen Kontrast von 1:1 000 angegeben, was auch für die Praxis nicht wirklich relevant ist. Von daher belasse ich es bei einigen Bildbeispielen, die Ihnen qualitativ einige wenige spezielle Anwendungsgebiete veranschaulichen, bei denen ich bestimmte Filme ausprobiert habe.

Ilford Delta 100/400

Als die "neuen" Kristallformen auf den Markt kamen, war nach meiner Erinnerung der Kodak T-max 400 der erste Vertreter dieser Gattung. Ich habe ihn damals ausprobiert und auch eine Zeit lang genutzt, aber als der Delta 400 erstmalig auf den Markt kam, wurde der der Standardfilm für mich. Das heißt nicht, dass der Kodak-Film schlechter sei (Viele schwören auf ihn.) aber seine Emulsion reagiert nach meinen Erfahrungen ein bisschen mimosenhafter als die des Ilford Delta 400. Die Filme hatten feineres Korn als die damaligen 100er, waren aber zwei Blenden empfindlicher! Inzwischen hat sich an allen Fronten etwas getan, und auch meine Vorlieben sind andere geworden.

Der Delta 100 ist ein Allroundfilm. Nicht schnell, aber feinkörnig, mit guter Auflösung. Wie bei allen modernen Filmen sollte man auf streng reproduzierbares Arbeiten achten. Die inzwischen nicht mehr ganz neuen, "modern" genannten Emulsionen mit besonderen Kristallformen (T-max, Core-Shell, und wie sie heißen mögen) reagieren i.A. empfindlicher auf Prozessschwankungen als die klassischen. Ilford Delta 100 ist für alles geeignet, wo genug Licht ist.

Für schwaches Licht ist sein Brüderchen Delta 400 besser geeignet. Letzterer ist seit einiger Zeit als Delta 400 New im Umlauf. Die neue Version soll sich gegenüber der alten durch bessere Push-Eigenschaften auszeichnen. Mir scheint, der neue Delta 400 hat bei vergleichbarer Verarbeitung ein leicht gröberes Korn als der alte.

 

23 Bild1

Bild 1: Eine Besonderheit des Delta 400 sind seine hohen Anforderungen ans Fixierbad: Von allen Filmen, die ich regelmäßig verarbeite, ist es immer der Delta 400, der die längste Klärzeit aufweist. Ich vermute, er enthält ziemlich viel Jodid. Ich empfehle daher, ihn mit hochkonzentriertem Fixierbad für Filme mit "modernen" Kristallen, z. B. Ilford Rapid-Fixer (früher als Hypam angeboten) 1+4 zu fixieren. Den Hinweis darauf, dass ich grundsätzlich empfehle, vor der Fixage die Klärzeit zu messen und auch Filme nach dem Zweibad-Verfahren zu fixieren (Geht's noch? und Entwicklungshilfe), bringe ich hier noch einmal an. Bei diesem Film hat man besonders gute Gründe dafür.

Beide Filme liefern in Standardentwicklern gute Ergebnisse. Herausragende Ergebnisse dürfen Sie mit SPUR HRX für den Delta 100 erwarten (Nennempfindlichkeit ungefähr ISO 100/21°). Begeisterte Anwender sprechen von näherungsweise Mittelformatqualität der KB-Negative. Den Delta 400 verwende ich gerne auch zusammen mit SPUR SLD. Seine Empfindlichkeit liegt dann bei rund ISO 800/30°, also eine Blende höher, das Korn ist erträglich.

Sorgfältige Aufnahme und Verarbeitung vorausgesetzt, lassen sich dank der guten Auflösung von Negativen auf Delta 400 - und erst recht auf Delta 100 - auch sehr ansehnliche Großfotos anfertigen. Größen bis 30 x 40 cm sind überhaupt kein Problem, und auch Poster von 50 x 70 cm können einen hervorragenden Eindruck machen.

Aufnahme in einem verfallenen Haus in Nordfrankreich; aufgenommen auf Ilford Delta 400, entwickelt in SPUR SLD, Nikon F 801 S, Sigma 1,8/28 mm, Bl. 2,8, 1/60 s aus der Hand.

 

Ilford Delta 3200

Mein Film für Ballettaufnahmen auf der Bühne! Die Empfindlichkeit des Delta 3200 mit 3200 anzugeben ist ein bisschen Hochstapelei. Tatsächlich hat er nach meinen Messungen rund ISO 1600/33°, wenn man ihn nach Vorgabe von Ilford in Ilfotec HC 1+15 entwickelt. Zugegeben, das Korn ist stark ausgeprägt, und die Auflösung nicht mit der eines HP5+ zu vergleichen. Aber die Tonwerte, gerade bei meinen Ballettaufnahmen, sind denen eines um zwei Blenden gepushten HP5+ doch deutlich überlegen.

Auf der Bühne herrscht kontrastreiches Licht. Einzelne Tänzerinnen stehen im Spotlicht, andere fast im Düstern. Gepushten Film zu verwenden hieße, die nicht im Spot stehenden Akteurinnen in zeichnungslosem Schwarz zu verlieren oder die Gesichter der angestrahlten kalkig weiß zulaufen zu lassen. Ungepushter Delta 3200 hält beide, aber eben mit mehr Korn. Das gibt Ihnen eine Vorstellung davon, was dieser Film leisten kann.

 

23-Bild2

Bild 2: Meine guten Erfahrungen beruhen insbesondere auf der Kombination des Films mit Ilfotec HC 1+15, in dem ich den Film wie für ISO 3200/36° angegeben entwickle, aber wie ISO 1600/30° belichte. Die Schwärzungskurve ist dann etwas steiler als für eine übliche N-Entwicklung, was aber bei der insgesamt recht weichen Reaktion des Films keine schlimmen Auswirkungen hat. Die Schatten sind unter diesen Bedingungen gut durchgezeichnet, und die Schärfe ist hervorragend.

"Wandertheater" (Choreographie Susanne Züge, Ballettschule Düsseldorf-Niederkassel); aufgenommen auf Ilford Delta 3200, entw. in Ilfotec HC 1+15, Nikon F 801 S, Sigma APO 2,8/80-200 mm, 200 mm, Bl. 2,8, 1/250 s, Einbeinstativ

 

MACO CUBE 400c

Der Film für alle Fälle? Vielleicht. Dieser Film ist einzig in seiner Art. Er hat, was heute nicht mehr sehr verbreitet ist, zwei Schichten: eine feinkörnige, langsame, mit rund ISO 80/20°, und eine grobkörnigere, schnelle, mit rund ISO 500/28°. Das Schönste ist, dass man durch Wahl des Entwicklers auch vorwiegend die eine oder aber beide zusammen entwickeln kann. Entwickler, die mehr an der Schichtoberfläche wirken - Beispiele sind HC 110 oder auch Xtol - entwickeln bevorzugt die feinkörnige Schicht, aber auf Kosten der Empfindlichkeit, die dann vielleicht nur bei ISO 100/21° liegt. Schichttiefenentwickler - LP-Supergrain, LP Xtratol XS - entwickeln beide Schichten, und der Film hat eine Empfindlichkeit von gut ISO 400/27°, eher sogar ISO 800/30°.

Damit aber noch nicht genug: Der MACO CUBE 400c ist auch (fast) ein IR-Film. Seine Empfindlichkeit erstreckt sich bis rund 750 nm, und mit strengen IR-Filtern (RG 715) lassen sich lt. MACO unter günstigen Bedingungen (Infrarotfotografie- 3) auch starke IR-Effekte erzielen, ohne dass man ihn deswegen mit den für IR-Filme üblichen Vorsichtsmaßnahmen handhaben müsste.

 


23-Bild3

Bild 3: Mein Favorit ist er aber ganz eindeutig für Portraits und Innenaufnahmen bei mäßigem Licht. Mit der hohen Empfindlichkeit, die er in LP-Supergrain liefert und der Kantenschärfe und dem Ausgleichsvermögen dieses Entwicklers hat er bei mir den Delta 400, den ich lange für meine (wieder!) Ballettaufnahmen bei den Proben im Studio benutzt habe, verdrängt. Die erweiterte Rotempfindlichkeit kommt der Wiedergabe von Hauttönen sehr zugute.

Last, but not least, sollte man auch noch erwähnen, dass auch das Trägermaterial dieses Films eine Besonderheit darstellt: Er ist einer von wenigen KB-Filmen, die auf Polyesterträger gegossen werden. Der Vorzug liegt ganz klar in der weitaus höheren Archivbeständigkeit dieses Trägermaterials im Vergleich zum sonst üblichen Triazetat. Der Träger ist leicht bläulich.

Aglaia; aufgenommen auf MACO CUBE 400 c, entwickelt in LP-Supergrain, Minolta SRT 101b, 1,2/58 mm, Bl. 2, 1/60 s, aus der Hand

 

MACO PO 100c

Noch ein einzigartiger Film! Er wird für mich der Nachfolger des Ilford Delta 100 für Landschaft und Architektur werden. Dieser Film ist ein ortho-panchromatischer Film, d.h. er ist deutlich empfindlicher für Blau als panchromatische Filme und weniger empfindlich für Rot. Sein Auflösungsvermögen ist mehr als doppelt so groß wie das eines vergleichbaren panchromatischen Films, sein Korn ist fein.

Die Schwäche von reinen Ortho-Filmen ist immer schon die gewesen, dass sie blauen Himmel zu hell wiedergeben und Rot als Schwarz abbilden. Letzteres tut der PO 100c nicht. Er unterscheidet Rot und Schwarz, und der zu hellen Himmelswiedergabe kann man mit einem Orangefilter gegensteuern, um gute Wolkenzeichnung zu erhalten. Auch einen positiven Nebeneffekt hat die vergleichsweise hohe Blauempfindlichkeit: Die Schatten in von der Sonne beleuchteten Szenerien werden von dem Licht erhellt, dass der blaue Himmel streut. Ein ortho(pan)chromatischer Film hellt in solchen Fällen die Schatten auf.

Ich habe meine ersten Exemplare dieses Films in LP-Supergrain entwickelt, den MACO empfahl. Dieser Entwickler arbeitet sehr kantenscharf und ausgleichend. Sehr gute Ergebnisse wurden mir auch von der Kombination dieses Films mit SPUR HRX berichtet.


23-Bild4

Orthochromatische Filme sind für Portraits mit etwas Vorsicht zu genießen. Die geringe Rotempfindlichkeit zeichnet dafür verantwortlich, dass die Filme sich so verhalten, als habe man mit panchromatischem Film und Blaufilter fotografiert. Die Konsequenz sind betonte Hautunreinheiten und möglicherweise der Anschein einer "Säufernase", wenn der Riechkolben auch nur eine leichte Tendenz zum Rötlichen hat. Zwar ist der PO 100c kein reinrassiger Ortho-Film (s. auch die Wolkenwiedergabe mit Orangefilter), aber ich konnte ihn noch nicht für Portraits ausprobieren, daher rate ich erst einmal zur Vorsicht. Der beschriebene Effekt lässt sich natürlich auch für so genannte "Charakterportraits" von Menschen mit wettergegerbter Haut nutzen, könnte aber bei Modellen mit zartem Teint und auch nicht so dickem mentalem Fell zu Entsetzen beim Betrachten der Fotos führen.

Als MACO diesen Film vor 4 Jahren erstmalig auf den Markt brachte, gewann der innerhalb von wenigen Monaten viele Freunde - die dann erst einmal frustriert waren, als der Film nach kurzer Zeit wieder verschwand. Das lag daran, dass die dafür nötigen Sensibilisierungsfarbstoffe Dank eines Monopols von Kodak eine Zeit lang praktisch nicht zu vertretbaren Preisen zu bekommen waren. Inzwischen hat MACO eine von Kodak unabhängige Quelle aufgetan, und der Film steht wieder zur Verfügung, sehr zur Freude seiner Fans, zu denen ich mich inzwischen auch rechne. 

Bild 4: Rouen, Kathedrale; aufgenommen auf MACO PO 100c, entw. in LP-Supergrain, Nikon FM, PC-Nikkor 3,5/28 mm, Bl. 16, Zeitbelichtung vom Stativ, Spiegelvorauslösung

 

AGFA Copex Rapid in SPUR Nanospeed

Dass hier ein Film zusammen mit einem Entwickler genannt wird, ist kein Zufall. Der AGFA Copex Rapid ist eigentlich ein Mikrofilm, mit dem Dokumente abgelichtet werden. Wenn Sie ihn in "normalem" Entwickler verarbeiten, reagiert er extrem steil. Der SPUR Nanospeed Entwickler auf der anderen Seite ist einer, der speziell mit einem solchen Film im Blick entwickelt wurde. Sie bekommen damit (richtige Aufnahmetechnik vorausgesetzt) Negative, die vermutlich schärfer sind als alles, was Sie bisher gesehen haben (ausgenommen vielleicht Kodak Tech Pan, aber der Copex Rapid hat tatsächlich ein höheres Auflösungsvermögen als Tech Pan). Vergrößerungen bis 70 x 100 cm habe ich von solchen Negativen schon angefertigt, und das Korn ist darauf gerade eben erst ansatzweise zu sehen. In SPUR Nanospeed hat der AGFA Copex Rapid eine Empfindlichkeit von gut ISO 25/15° (vielleicht 1/3 bis 2/3 Blende mehr) und verhält sich extrem gutmütig, will sagen, seine Schwärzungskurve ist ausgeglichen und macht zugelaufene Lichter recht unwahrscheinlich.

Der Film ist ein panchromatischer Film. Auch mit orthochromatischen Dokumentenfilmen wie ehedem AGFAORTHO 25 oder nun MACOPHOT Ort 25 lassen sich hochauflösende und praktisch kornfreie Fotos machen, aber man hat den Nachteil der eingeschränkten Sensibilisierung, d.h. insbesondere der völligen Rotblindheit.

AGFA Copex Rapid ist auch das, was unter dem Namen Gigabitfilm mit einem dedizierten Entwickler verkauft wird. Zumindest in der Anfangsphase wurden mannigfache Probleme des Films, oder besser des Entwicklers, mit Netzmittelresten an Filmspulen beschrieben. Mir ist nicht bekannt, ob diese inzwischen gelöst sind. Ich persönlich neige dazu, die SPUR-Chemie zu empfehlen, und das aus drei Gründen:

  1. Mit SPUR Nanospeed und AGFA Copex Rapid hatte ich noch nie Probleme.
     
  2. Nach den mir vorliegenden Aussagen enthält die Gigabitchemie die für die Umwelt und die eigene Gesundheit problematischeren Chemikalien.
     
  3. Ich hatte nicht den besten Eindruck vom "Kundendienst" von Gigabitfilm.


AGFA APX 400, Ilford HP5 plus, MACO UP 400 p

Drei "Klassiker" für mäßiges bis schlechtes Licht. Alle drei zeichnen sich aus durch gutmütiges Verhalten, gute Pushbarkeit und erschwingliche Preise.

Die Filme haben "klassische" Emulsionen und lassen sich in allen möglichen Entwicklern mit guten, von den Eigenheiten der Entwickler gut beeinflussbaren Resultaten entwickeln. Zwei Extrembeispiele:

  • Rodinal: scharf, aber relativ ausgeprägtes Korn, je nach Verdünnung sehr ausgeglichene Negative
  • •Perceptol: feines Korn, aber Empfindlichkeits- und Schärfeverlust

Unter sonst gleichen Bedingungen ist das Korn grober als bei den "modernen" Emulsionen. Dennoch schwören viele Fotografen aus subjektiven Gründen auf klassische Emulsionen.

 

Infrarotfilme wie Kodak HIE, MACO IR 820v und 750c, Konica Ir 750, Ilford SFX (und MACO CUBE 400c)

Hierzu habe ich an anderer Stelle schon einiges geschrieben, siehe Infrarotfotografie - 3

 

Film Empfind-
lichkeit
Kristall­
typ
Stärken Schwächen Anwendungsgebiete
Ilford Delta 100
vergleichbar: Kodak T-max 100, Fuji Neopan 100
mittel modern • feines Korn
• hohe Auflösung
alle außer jenen, wo höhere Empfindlichkeit vonnöten ist
Ilford Delta 400
vergleichbar: Kodak T-max 400,
Fuji Neopan 400
hoch modern • hohe Auflösung
• noch relativ feines Korn
alle, bis hin zu Available Light
Ilford Delta 3200
vergleichbar: Kodak T-max 3200,
Fuji Neopan 1600
sehr hoch modern • sehr hohe praktische Empfindlichkeit, durch Pushen bis ISO 12500/42°
• tatsächliche Empfindlichkeit ungefähr ISO 1600/33°
• weiche Tonabstufungen
• grobes Korn
• verringerte Auflösung
Available Light, insbesondere Theater, Ballet usw.
MACO CUBE 400 c
vergleichbar:
Aufgrund der Schichtstruktur, der Sensibilisierung und des PE-Trägers existiert kein vergleichbarer Film.
mittel bis hoch klassisch • durch Mehrschichtaufbau sehr flexibel, Empfindlichkeit durch Entwickler einstellbar von ISO 100/21° bei sehr feinem Korn bis ISO 400/27°, gepusht auch bis ISO 1600/33°
• Polyesterträger höchster Beständigkeit
• erweitere Rot-Empfindlichkeit
• klarer Träger
alle, bis hin zu Available Light, in engen Grenzen auch Infrarot
MACO PO 100 c
vergleichbar:
einziger Film mit orthopanchromatischer Emulsion
mittel klassisch • sehr hohe Auflösung
• feines Korn
• klarer Träger
alle, nur Portrait in Grenzen wg. verringerter Rot-Empfindlichkeit
Agfa Copex Rapid entw. in SPUR Nanospeed
vergleichbar:
Kodak Technical Pan in Technidol, Gigabitfilm, hinsichtlich der Auflösung auch MACO Ort 25 c in Low-Contrast-Entwicklern, s. aber Text.
gering Sonder-
form
• extrem hohe Auflösung
• Polyesterträger höchster Beständigkeit
• geringe Empfindlichkeit alle die, bei denen es auf höchste Auflösung ankommt, z. B. Architektur
Agfa APX 100
vergleichbar: MACO UP 100 p, Fortepan 100, TURA P 150
mittel klassisch • Dank klassischer Emulsion toleranter in der Verarbeitung • groberes Korn als Filme mit "modernen" Kristallen alle außer jenen, wo höhere Empfindlichkeit vonnöten ist

Agfa APX 400
vergleichbar: MACO UP 400 p, Ilford HP5+ (s.u.), Fortepan 400, TURA
P 400

hoch klassisch • gutmütiger Film mit hoher Empfindlichkeit, gut pushbar • groberes Korn als Filme mit "modernen" Kristallen alle, bis hin zu Available Light
Ilford HP5+
vergleichbar: s. Agfa APX 400
hoch klassisch • gutmütiger Film mit hoher Empfindlichkeit, gut pushbar • groberes Korn als Filme mit "modernen" Kristallen alle, bis hin zu Available Light
MACO UP 400 p
vergleichbar: s. Agfa APX 400
hoch klassisch • gutmütiger Film mit hoher Empfindlichkeit, gut pushbar • groberes Korn als Filme mit "modernen" Kristallen alle, bis hin zu Available Light
Kodak HIE
vergleichbar:
kein völlig vergleichbarer Film, Details s. IR-Filmvergleich unter Infrarotfotografie-3
-- klassisch • hohe Empfindlichkeit auch im IR
• weit ins IR reichende Sensibilisierung, stärkste IR-Effekte
• keine Lichthofschutzschicht, daher interessante Effekte
• klarer Träger
• grobes Korn
• geringe Auflösung
• keine Lichthofschutzschicht, daher Überstrahlung
• umständliche Handhabung (Filmwechsel im Wechselsack oder in der Duka)
• Kühlung erforderlich
speziell für IR-Fotografie, dort für alle Zwecke, d.h. auch von bewegten Motiven
MACO IR 820
vergleichbar:
kein völlig vergleichbarer Film, Details s. IR-Filmvergleich 
unter Infrarotfotografie-3

mittel klassisch • feines Korn
• weit ins IR reichende Sensibilisierung, stärkste IR-Effekte
• Lichthofschutzschicht, daher sehr scharfe IR-Aufnahmen
• klarer Träger
• im IR gering empfindlich (aber weit in den IR-Bereich hinein!)
• Lichthofschutz-schicht, daher keine Überstrahlung
• umständliche Handhabung (Filmwechsel im Wechselsack oder in der Duka)
• Kühlung erforderlich
mit eingeschränkter Schärfe oder IR-Sperrfilter (z. B. Blau) auch noch als panchromatischer Film nutzbar, aber eigentlich speziell für IR, dort bevorzugt, wo keine Überstrahlung gewünscht ist und die Motive statisch sind (wg. geringer Empfindlichkeit
MACO IR 750 c
vergleichbar:
kein völlig vergleichbarer Film, Details s. IR-Filmvergleich unter 
Infrarotfotografie-3
mittel klassisch • feines Korn
• Lichthofschutz-schicht, daher sehr scharfe IR-Aufnahmen
• trotz IR-Tauglichkeit praktisch zu handhaben wie konventionelle Filme
• im IR gering empfindlich
• nur sehr nahes IR, daher nur unter günstigen Bedingungen IR-Effekte
mittelempfindlicher panchromatischer Film mit IR-Zusatz, daher für praktisch alles zu gebrauchen außer Available Light
ILFORD SFX
vergleichbar:
kein völlig vergleichbarer Film, am ehesten MACO CUBE 400 c, s. aber Text.
mittel bis hoch klassisch • Lichthofschutz-schicht, daher sehr scharfe IR-Aufnahmen
• trotz IR-Tauglichkeit praktisch zu handhaben wie konventionelle Filme
• relativ grobes Korn
• im IR gering empfindlich
• nur sehr nahes IR, daher nur unter günstigen Bedingungen IR-Effekte
empfindlicher panchromatischer Film mit IR-Zusatz, daher für praktisch alles zu gebrauchen, wo Korn nicht so störend ist
Konica IR 750
vergleichbar:
kein vergleichbarer Film, Details s. IR-Filmvergleich unter 
Infrarotfotografie-3
gering klassisch • feines Korn
• starke IR-Effekte schon mit mäßigem Rotfilter, da orthochromatisch und IR-empfindlich
• geringe Empfindlichkeit, speziell mit dunklen IR-Filtern
• eingeschränkte Verfügbarkeit
IR-Fotografie mit feinem Korn und hoher Schärfe, wo die geringe Empfindlichkeit keine Einschränkung ist
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